Omega V8

Es fällt leicht, dieses Duo aus Limousine und Caravan zu unterschätzen. Richtig selten sind die Youngtimer von Opel ja nicht: 815.322 Omega B wurden zwischen 1994 und 2003 gebaut, der letzte große Opel war ein Viertürer mit 3,2-Liter-V6 in „Starsilber“, er lief am 26. Juni 2003 vom Band. Omega gibt es noch en masse auf unseren Straßen, warum also den Hals danach verrenken? Vielleicht weil der Motorklang dir ein Schauern über den Rücken schickt? Ein kehliges Wummern, fein, nicht ordinär; ein Geräusch, das beim Ausdrehen in ein metallisches Hämmern übergeht. Mühelos saugt sich das starke Opel-Paar dem Horizont entgegen, derweil es innen edel zugeht: festes Leder, viel Platz und lichte Weite, Ruhe und Neuwagen-Duft. Nur das eckige Abrollen der alten Michelin-Pilot-Sport-Gummis stört, alles andere wirkt gewissenhaft gebaut. Dabei stammt das Auto nicht aus der Serie, sondern aus dem Versuch: Die bislang letzte Fahrt des „V-Car“, Modell P69-LHD, Motor LS1 X57XE, datiert vom 13. Juni 2000. Vermerkt auf einem Blatt aus dem Testbetrieb, unsentimental ins Handschuhfach gestopft. Dabei hatte vier Monate vorher alles noch so gut ausgesehen.

Einst geplant für Herbst 2000

Februar 2000. Ein halbes Jahr lang hat die Adam Opel AG bereits Meldungen zum neuen Topmodell lanciert, dem Chef hat die Presseabteilung ein Statement formuliert: „Mit seiner attraktiven Mischung aus moderner Technik, souveränen Fahrleistungen und erstklassigem Fahrkomfort unterstreicht der neue Omega V8unsere Tradition und Kompetenz in der Oberklasse. Gleichzeitig ist er ein weiterer Beleg für unseren Anspruch, Spitzentechnologie zu attraktiven Preisen anzubieten.“ O-Ton Robert W. Hendry, Opel-Vorstandsvorsitzender. Im März prunkt das Flaggschiff auf dem Genfer Salon, im Herbst 2000 soll der Omega V8 auf den Markt kommen. Händereiben und Vorfreude allerorten – endlich wieder ein großer Opel mit V8-Motor, Autos aus Rüsselsheim sind bald wieder Premium. Kurz darauf herrscht Schweigen, eisig und endgültig. Opel sagt die Oberklasse-Offensive ohne Angabe von Gründen ab. Sind die Bosse in Detroit mal wieder schuld, weil sie Opel den Erfolg nicht gönnen? 

 
Quelle: https://www.autobild.de/klassik/artikel/opel-omega-v8-fahrbericht-1934437.html

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